Startseite Projekt

G8WAY Projektbeschreibung

G8WAY: Web 2.0 Enhanced Gateway to Educational Transition
EU-Projektnummer: 505596-LLP-1-2009-1-DE-KA3-KA3MP
Laufzeit: 01.11.2009 - 31.10.2011

 

Zusammenfassung

Die Ausdifferenzierung von Bildungs- und Berufspfaden stellt junge Menschen vor komplexe Herausforderungen. Auf der Suche nach den für sie passenden Wegen werden ihnen immer weniger Orientierungspunkte für die Gestaltung des eigenen beruflichen Einstiegs geboten. Die veränderungsintensive Zeit der Bildungsübergänge erfordert hoch individuelle Lernprozesse. Die jungen Menschen sind gefordert, sich zu orientieren, realistische Berufsziele zu identifizieren, eigene Fähigkeiten zu prüfen und weiterzuentwickeln, dabei gegebenenfalls auf geeignete Hilfen zurückzugreifen und auf den oft unlinearen Wegen das eigentliche Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

G8WAY versteht Bildungsübergänge als spezifische Lernsettings. Hier wird dem Internet als Ressource und Lernort Aufmerksamkeit geschenkt. Das Projekt zielt darauf ab, die Potentiale des web 2.0 für eine effektive Übergangsgestaltung nutzbar zu machen. Webbasierte Anwendungen können Jugendlichen auf ihrem Weg in den Beruf als Informationsquelle, Brücke zu erweiterten Austausch- und Unterstützungsmöglichkeiten und Orientierungshilfen dienen. Zudem sind in der Vergangenheit vielfältige E-Tools zur gezielten Reflexion und Weiterentwicklung von Kompetenzen und Fähigkeiten entwickelt worden.

G8WAY ist ein multilaterales Projekt, das im Rahmen des Querschnittsprogramms IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) der Europäischen Union gefördert wird. Die acht beteiligten europäischen Partner nehmen unterschiedliche Zielgruppen, Übergangsstationen und Lernsettings in den Fokus. Gemeinsam wird eine Onlineplattform aufgebaut, die verschiedene relevante Lernerfahrungen bieten soll.

 

Ausgangssituation und Zielsetzung

Die Ausdifferenzierung neuer Bildungswege, -übergänge und -biografien ist ein Hauptcharakteristikum europäischer Gesellschaften. Daraus erwachsen für Lerner komplexe Anforderungen. Kreativität, Initiative, Risikoabschätzung und Entscheidungsfindung sind Kernfähigkeiten für die aktive Mitgestaltung eigener Bildungs- und Berufsbiografien. Viele Jugendlichen sehen sich mit den für sie oft intransparenten Gegebenheiten und Anforderungen der (Aus-)bildungs- und Arbeitsmärkte überfordert.

In der Vergangenheit sind verzweigte Strukturen aufgebaut worden, um junge Menschen bei ihren individuellen Bildungsübergängen wirksam zu unterstützen. Allerdings geschah dies oft aus einer institutionellen Perspektive. Individuelles Lernerleben, das Unterstützungspotential externer Lernpartner und vor allem der neuen Möglichkeiten technologieunterstützten Lernens für die Übergangsbewältigung wurden zu wenig berücksichtigt. Erschwerend wirkten Vorurteile gegenüber jugendlichen Nutzungsmodi neuer Technologien.

Die Konzeption von G8WAY ist darauf ausgerichtet, Lerner im Übergang durch den gezielten Einsatz neuer Medien zu unterstützen. Konkret wird darauf abgezielt, die Potentiale des web 2.0 für lernzentrierte und verbindende Ansätze im Sinne eines effektiven Übergangsmanagements und der Prävention von dropouts nutzbar zu machen. Die involvierten Partner konzentrieren sich dabei auf verschiedene Zielgruppen und Übergangsphasen.

 

G8WAY am DJI

Die spezifische Projektausrichtung am DJI bezieht sich darauf, die erweiterten Lernmöglichkeiten des web 2.0 insbesondere für diejenigen Jugendlichen nutzbar zu machen,

  • deren Übergangsprozesse aufgrund persönlicher oder struktureller Benachteiligungen schwierig verlaufen oder gefährdet sind,
  • die den komplexen Anforderungen der (Aus-)bildungs- und Arbeitsmärkte nicht gewachsen sind,
  • denen ein netzbasierter Zugang zum Lernen bisher weniger gelungen ist.

G8WAY will sie dabei unterstützen, neue Medien gezielt im Sinne ihrer beruflichen und sozialen Integration einzusetzen. In diesem Zusammenhang werden auch intergenerationelle Unterstützungsmöglichkeiten für die Bewältigung von Bildungsübergängen Jugendlicher (z.B. durch Mentoring) ausgelotet.

 

Anlage des Projekts

G8WAY verfolgt einen lernzentrierten und Methoden verbindenden Ansatz. Zunächst wird auf der Grundlage eines Reports und eines pädagogischen Rahmenkonzepts ein gemeinsames fachliches Grundverständnis aller Partner erarbeitet. Hier werden die jeweiligen Übergangsstationen und Zielgruppen definiert, Schlüsselthemen an der Schnittstelle von Bildungsübergängen und Web 2.0 unterstützten Instrumenten aufgegriffen und Kriterien für die Bewertung web 2.0 basierter Lernumgebungen entwickelt.

Anschließend werden auf der Grundlage narrativer Methoden reale Lernprozesse junger Menschen in Übergängen untersucht und daraus exemplarische Übergangstypologien entwickelt. Diese bilden die Grundlage für die Erstellung von Szenarien, die typische Lernprozesse in Übergängen abbilden und erlebbar machen. Drei Szenarien werden entwickelt:

  • Übergangsszenarium Schule-Beruf
  • Übergangsszenarium Hochschule-Beruf
  • Szenarium zu intergenerationellen Lernsettings im Übergang

Auf der Grundlage dieser Vorarbeiten wird eine Plattform entwickelt und getestet, die jungen Menschen Unterstützung bieten soll durch

  • Orientierung im Feld des Übergangs,
  • Informationen und Verlinkungen zu relevanten externen Netzwerken, Austausch-, und Unterstützungsstrukturen,
  • das Angebot von unterschiedlichen Online-Instrumenten zur Reflexion und Weiterentwicklung von Fähigkeiten (unter Einsatz innovativer Methoden, Instrumente und verschiedener medialer Zugänge) und zur aktiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Übergangsprozess,

Diese e-Lernplattform bindet auch verschiedene bereits in früheren EU-Projekten entwickelte medien- und technologieunterstützte Lernhilfen ein und stellt sie in einen pädagogischen Bezugsrahmen.

 

Weitere Infos:

Tabea Schlimbach
Deutsches Jugendinstitut
Außenstelle Halle
Franckeplatz 1, Haus 12/13
06110 Halle

Tel.: (0345) 6 81 78 - 17
Fax: (0345) 6 81 78 – 47